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26. Oktober 2009 - 18:13 Uhr
Weltreise beendet: Die Figura Magica ist wieder in Wuppertal
von Nina Wendt
18 Jahre lang war sie in neun Ländern unterwegs, jetzt ist sie zurück. Ihr neues Zuhause ist der Platz am Schauspielhaus.
 
 

Wuppertal. Sie reiste um die Welt, wurde von unzähligen Menschen in Städten und Dörfern bewundert. Als die Figura Magica, die Riesen-Skulptur des Künstlers Bodo Berheide, jetzt nach 18 Jahren heimkehrt, lassen sich das viele Wuppertaler nicht entgehen. Mit Fotoapparaten gewappnet warten sie auf dem Vorplatz des Schauspielhauses, lassen den Schwertransport, der soeben aus Hamburg eingetroffen ist, nicht aus den Augen.

„Wir haben ihre Geschichte von Anfang an verfolgt, ihre Rückkehr wollen wir auch nicht verpassen. Sie ist schließlich weltbekannte Kunst, auf die Wuppertal stolz sein kann“, sagt Brigitte Hansohm.

„ Menschen schliefen nachts daneben, weil sie glaubten, das heile Kopfschmerzen.“

Bodo Berheide, Künstler

Es ist Punkt zwölf Uhr, als Reiner Warncke von der Transportfirma die Plane am Lastwagen löst, die er sechs Stunden zuvor am Hamburger Hafen befestigt hat. Dort kam die Skulptur am Wochenende mit dem Schiff aus Togo (Afrika) an. Erste Ah’s und Oh’s der Zuschauer sind zu hören, als der Kunst-Koloss zu sehen ist.

Einer verfolgt das Spektakel besonders aufmerksam: Künstler Bodo Berheide. Er lächelt erleichtert, als er seine Eisen-Skulptur sieht. „Ich bin froh, dass ihre Rückreise gut geklappt hat. Sie ist unversehrt, auch wenn die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben. Sie stand oft in der Nähe des Meeres, das hat sie rosten lassen“, sagt er.

Wäre die Figura Magica ein Mensch, hätte sie sicherlich viele Geschichten im Gepäck. In neun Ländern war sie zu Gast, stand auf einem College-Campus in West Virginia, in der von Touristen überfüllten City der irischen Hauptstadt Dublin, auf einer winzigen Insel vor Japan. „Unvorstellbar, wie viele Menschen wohl auf ihr gesessen, sie berührt haben. Und was sie alles erlebt hat“, sagt Berheide.

In Nicaragua zum Beispiel habe man dem Eisenkoloss gar zum Namen passend magische Fähigkeiten zugeschrieben. „Da haben die Menschen nachts daneben geschlafen, weil sie glaubten, das heile ihre Kopfschmerzen“, erzählt er strahlend.

Die Figur sollte auf den magnetischen Erdschutz hinweisen

In jedem Land hat der 1944 in Thüringen geborene Künstler sein Werk besucht. Je zwei Jahre verbrachte die Figura Magica an jeder Station. Die Daten wurden auf dem Eisenwerk verewigt. Berheide plante ihre Weltreise nicht willkürlich. „Sie sollte zunächst Richtung Norden gebracht werden, von da aus Richtung Süden durch die Kontinente reisen“, sagt er.

Mit der Figur in Form eines Magneten habe er ein Ziel verfolgt: „Sie sollte auf das Schutzschild hinweisen, die der Erdmagnet für unseren Planten ist. In jedem Land sollte sie sich mit Erfahrungen aufladen, an die Menschen weitergeben und wieder nach Wuppertal bringen.“

Stets habe sie mit ihrer Öffnung gen Osten gelegen. Das muss sie in Wuppertal nun nicht mehr. „Die Reise ist beendet, hier, wo alles vor 18 Jahren anfing, darf sich die Figur nun ausruhen“, sagt Berheide.

Feuerwehrmann Michael Renery und zwei seiner Kollegen lösen den Koloss indessen von seiner Transportsicherung. „Mann, haben die Afrikaner den zugeknotet“, stöhnt Renery. Ein Kran hebt sie dann langsam aus dem Lkw und lässt sie unter lauten Applaus sanft auf dem Boden ab. Angekommen.


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