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17. Mai 2010 - 17:47 Uhr
Burg Elberfeld: Was wird aus den Mauer-Resten?
Bei den Mauer-Resten am Turmhof handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Teile der Burg. Unklar ist, ob sie erhalten bleiben können.
 
 

Wuppertal. Hartmann Linge steht in einem metertiefen Graben im Turmhof. Während neben ihm zwei Bauarbeiter werken, spachtelt und pinselt der archäologische Grabungstechniker der Firma Archbau eifrig. Eigentlich sind es nur ein paar „alte Steine“, die Linge von Erde befreit, aber sie erregen viel Aufmerksamkeit. Sie sind am vergangenen Mittwoch während Bauarbeiten gefunden worden und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die mittelalterlichen Reste der Burg Elberfeld (WZ berichtete). Immer wieder bleiben interessierte Passanten trotz Regens stehen, sogar eine komplette Schulklasse kam zur Baustelle, um einen Blick auf die Mauerreste zu erspähen.

„Es gab von Burg Elberfeld nur Skizzen und Phantasiebilder, aber keinen handfesten Beweis für ihre Existenz – bis jetzt“, sagt Linge.

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„Ich wette darauf, dass es sich um Burg Elberfeld handelt.“

Hartmann Linge, Archäologe

Zwei Indizien sprechen für die Tatsache, dass die gefundenen Steine zur Burg gehören. Erstens handelt es sich um ein 1,70 Meter breites Fundament. „Da stand nicht nur ein kleines Fachwerkhaus drauf“, ist sich Linge sicher. Das zweite Indiz: Man ist beim Fortschreiten der Kanalarbeiten auf eine dunkle, tonige Erdmasse gestoßen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich um die Verfüllung des Grabens rund um die frühere Wasserburg handelt. „Es wäre natürlich schön, wenn es Beifunde gäbe – wenn man also neben dem Gemäuer beispielsweise mittelalterliche Keramik fände“, sagt Linge.

Er und städtische Denkmalpfleger werden den Fund weiter untersuchen, um sicherzustellen, dass die Reste zu Burg Elberfeld gehören. Linge aber legt sich bereits fest: „Ich würde darauf wetten, dass es sich um Reste der Burgmauern handelt.“ Wie es nun mit den „alten Steinen“ weitergeht, wisse man noch nicht. „Das hat die Stadt zu entscheiden“, erklärt Linge. Es gäbe die Möglichkeit eine Glasplatte über die Steine zu bauen, damit die Burgmauer sichtbar ist, aber „das kostet Geld“. Insbesondere, weil man eine andere Lösung für die geplante Verlegung der Kabel finden müsste. Linge erklärt die übliche, günstige Vorgehensweise: „Es wird Sand über die Überreste geschüttet, wenn diese nicht bedroht sind. Dann können folgende Archäologen-Generationen weiterforschen.“

Wie es tatsächlich mit der wiederentdeckten Burg weitergeht, ist ungewiss. „Wir warten Befunde unserer Denkmalpfleger ab, bis entschieden wird, was passiert“, heißt es seitens der Stadt. Bis dahin kann jeder Interessierte einen Blick auf die historischen Mauern werfen.

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