Elberfeld. Acht Burgen und Schlösser gab es einst im heutigen Wuppertaler Stadtgebiet – von der Hälfte davon ist nichts Sichtbares mehr erhalten. Das nahm man auch für die Burg Elberfeld an, bis am Mittwoch bei Bauarbeiten im Bereich Turmhof und Burgstraße interessante archäologische Funde zutage kamen.
Bisher gab es überhaupt keine archäologischen Funde zur Burg
In einer ersten Einschätzung sagte die Archäologin Michelle Forest, man sei bei den Ausschachtungen rings um das Von der Heydt-Museum auf „ein Fundament gestoßen, das aus altem Schiefer besteht“. Es sei angesichts der mächtigen Mauer durchaus möglich, dass dieses Fundament in Zusammenhang mit der alten Elberfelder Burganlage gebracht werden könne.
Bis heute gibt es keine gesicherten Kenntnisse darüber, wie es zur Entstehung des Rittersitzes kam. 1176 wurde ein „Hermann von Elverfeld“ als erster bekannter Besitzer der Burg vom Grafen von Berg mit der Herrschaft Elberfeld belehnt. Die Siedlung, die um die Burg entstand, wurde im 15. Jahrhundert zur „Freiheit“ erhoben, womit die Bewohner Privilegien genossen.
Die „Alte Freiheit“ hat sich nur als Name erhalten. 1536 verwüstete ein Brand die gesamte Ortschaft. 1603 überließen die Landeherren den zerstörten Burgplatz einer neuen Generation von Siedlern zum Kauf. So wurden die Reste der Burg zwischen 1606 und 1608 überbaut. Doch bereits 1687 raffte ein neuer Brand die junge Stadt Elberfeld dahin.
So gehört fast alles, was heute von der Burg an Zeugnissen vorhanden ist, ins Reich der Vermutung. Eberhard Iller, Direktor des historischen Zentrums: „Wir wissen nichtmal, wie die Mauern aussahen und wo sie verliefen“ – archäologische Funde zur Burg gab es bislang nicht. Ein mutmaßlicher Verlauf der Burgmauern ist noch auf dem Bronzesockel vor der Citykirche am Kirchplatz dargestellt – die Grabungsfunde könnten hierzu mehr Gewissheit bringen. Erst muss sich allerdings zeigen, ob die Funde vom Mittwoch tatsächlich der Burg zugeordnet werden können. Momentan sei man auf 1,50 Meter Tiefe vorgestoßen, sagt Dirk Herdemerten, Grabungsleiter der Firma Archbau. Das gefundene Material sei im Bergischen weit verbreitet und lasse noch keine Schlüsse zu. Erstaunlich sei aber, dass die Fundamente so tief in die Erde hinab reichen.





