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24. November 2008 - 00:00 Uhr
Titans: Und einer geht über Bord
von Tanja Bachmann
mit einem Kommentar von Andreas Boller
Nach der 0:3-Niederlage gegen den TV Rottenburg stehen die Zeichen bei den Wuppertal Titans auf Sturm.
 
 

Wuppertal. Jetzt helfen nur noch unkonventionelle Maßnahmen. „Wenn wir noch eine Chance haben wollen, dann müssen wir ganz schnell schauen, was bei uns nicht rund läuft“, sagte Thorsten Westhoff, Manager des Volleyball-Bundesligisten Wuppertal Titans nach der 0:3 (20:25, 16:25, 22:25)-Niederlage gegen den TV Rottenburg.

Noch in dieser Woche soll Coach Jens Larsen seine Spielerlizenz aus Dänemark erhalten, so dass er am kommenden Samstag im DVV-Pokal als Spielertrainer auf dem Parkett stehen darf.

Die Spielberechtigung für Larsen (39) kostet 2000 Euro. Das ist viel Geld für die Titans, wie Westhoff betont. Geld, das der Verein einsparen will, indem er sich von einem der acht Stammspieler trennt.

Wer oder was das Team stört, soll die Mannschaft bis heute Abend in einer geheimen Abstimmung selbst herausfinden. „Wir müssen ein Signal setzen. So finden wir keine neuen Partner in der Wirtschaft“, sagt Westhoff und lässt noch offen, ob am Ende tatsächlich einer der acht Stammspieler seine Sporttasche packen muss.

„Uns fehlt momentan eine Spielerpersönlichkeit auf dem Feld, die die Truppe mitziehen kann. Das soll ab Samstag der Spielertrainer sein“, sagt Westhoff. Der Trainer steht indes nicht zur Disposition. „Wir werden eher jeden Spieler entlassen. Jeder Spieler ist austauschbar“, sagte Westhoff bestimmt.

Es war nicht nur für ihn frustrierend, was die Mannschaft am Sonntag in den 74 Minuten in der Bayer-Halle abgeliefert hatte. Und das, obwohl es im ersten Satz des Abstiegsduells so gut für die Wuppertaler begonnen hatte. Schnell führten die Titans mit 12:6. Vor allem Diagonalspieler Peter Lyck war gut aufgelegt.

Doch plötzlich schlichen sich Abwehr- und Annahmefehler ein, die die Titans aus dem Konzept brachten und die Rottenburger aufbauten. Spätestens beim Stand von 18:18 war den 500 Zuschauern klar, dass die Gäste nicht so leicht aufgeben würden.

Die Fehler begleiteten die Titans durch das weitere Spiel, obwohl die Hausherren auch im zweiten Durchgang gut begannen. Doch wieder nahmen die Rottenburger mit ihrem temperamentvollen Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger das Zepter in die Hand und zogen ihr Spiel souverän durch.

Kommentar
Kannibalismus
Von Andreas Boller

Wenn sich die Angelegenheit nicht nachträglich als Psychotrick des Titans-Managements herausstellt, dann hat der Volleyball-Bundesligist ganz neue Wege eingeschlagen. Einer Mannschaft, die zu oft verliert, wird ein regelrechter Kannibalismus verordnet. Einer von acht Spielern muss über Bord geworfen werden. Die Situation kennt man bisher nur nach Schiffsuntergängen, wenn das überfüllte... mehr  

Trotz des klaren Sieges gab sich Müller-Angstenberger, dem nach der Partie die Stimme versagte, bescheiden: „Von einfach kann hier keine Rede sein. Erfolg oder Niederlage lag nur an wenigen Punkten. Unsere Stärke lag im mentalen Bereich.“

Wuppertal Titans: Grübler, Wilhelm, Gies, Späth, Dinglinger, Chowanski, Zeitler, Lyck.

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