Wuppertal. Zoltan Paul, Chef der Atoll-Programmkinokette, weiß natürlich, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Doch wirklich überzeugend klingt es nicht, wenn der Schauspieler mit der Leidenschaft zum gehobenen Film versichert, dass im Cinema erst einmal weiter Kino gemacht wird und dass auch der geplante Opernsommer mit Fernsehproduktionen berühmter Opernaufführungen wie geplant über die Leinwand flimmern soll.
„Die Lage ist tödlich für ein Programmkino“
Fest steht bisher nämlich nur, dass an der Berliner Straße heute der Insolvenzverwalter einzieht. Zoltan Paul steigt nach eigenen Angaben aus dem Wuppertal-Projekt aus. Die Geschäfte führt laut Paul der Wuppertaler Uwe Peters. Seine Aufgabe wird es sein, Geld zu beschaffen. Genau das ist Zoltan Paul nicht gelungen.
Dessen hoch fliegende Pläne mit dem Cinema zerplatzten, nachdem ihm Filmförderanstalt und Filmstiftung die Unterstützung verwehrt hatten. „Damit hat das Cinema die ganze Gruppe in den Abgrund gerissen“, klagt Paul, dessen Atoll-Gruppe bundesweit vier weitere Kinos an eher provinziellen Standorten betreibt (Soest, Weilheim, Peissenberg und Schrobenhausen).
Paul hat sich bei seinem Wuppertaler Engagement in mehrfacher Hinsicht verkalkuliert. „Die Lage ist tödlich für ein Programmkino. Das habe ich unterschätzt“, sagt der Unternehmer zum Standort Berliner Straße. Angestellte berichten, dass sich kaum jemand in die Spätvorstellungen traue. In Elberfeld hätte man das Dreifache an Besuchern, wird gemutmaßt.
Dazu kommen der Mangel an Parkplätzen und angemessene Möglichkeiten zum Ausgehen für ein Programmkino-Publikum. Letzteres hat Paul aufzufangen versucht, indem er die benachbarte Eckkneipe übernahm und zum Kino-Café umfunktionierte. Mitbekommen hat das Zusatzangebot allerdings kaum jemand.
Auf den Kosten ist er zudem sitzen geblieben. Damit nicht genug, die gesamte Branche steckt in der Krise. Selbst Programmkinos in Top-Lagen verzeichnen Besucherrückgänge von bis zu 50 Prozent. „Das Filmangebot stimmt einfach nicht“, sagt Paul. In Wuppertal schon gar nicht. Selbst den Hoffnungsträger „Irina Palm“ sehen (mit Ausnahme der WZ-Vorpremiere) im Schnitt gerade einmal 20 Menschen pro Vorstellung.
Paul hatte nach Auslaufen des Pachtvertrags im Januar das Cinetal von Kinobetreiber Detlef Bell (Cinemaxx) übernommen und unter dem Namen Cinema neu aufgestellt. Erklärtes Ziel Pauls damals: 60 000 Besucher im Jahr.



