Haan. Mit einem langen Schreiben reagiert Haans technischer Beigeordneter Matthias Buckesfeld auf die Aktion der Bürgerinitiative Innenstadt Haan (BIIH) an der Schillerstraße. BIIH-Vorsitzender Hans-Peter Bretschneider hatte dort am vorigen Wochenende über seine Sicht der Folgen des Baus der Windhövelpassage für die Verkehrssituation in diesem Bereich informiert. Dafür hatte er Fahrzeuge einer Spedition auf der Schillerstraße abstellen lassen, was prompt zum Verkehrschaos führte.
„Das inszenierte Halten der Lkw auf der Schillerstraße durch verbotswidrig im Gegenverkehr abgestellte Sattelzüge entspricht weder den vom verkehrs- und schalltechnischen Gutachten vorgesehenen Lösungsvorschlägen noch der zu erwartenden Realität“, erklärt der oberste städtische Planer.
Ein Halten der Lieferfahrzeuge werde zwingend ausgeschlossen. Nach dem heutigen Stand der Planung gehe man von 22 Fahrzeugbewegungen für die Anlieferung über die Schillerstraße aus. Buckesfeld: „Dieser Lieferverkehr entspricht etwa einem Viertel der Busfahrten der Linie O1 in der Schillerstraße.“
Tiefgarageneinfahrten entfallen, Lieferverkehr kommt hinzu
Ausführlich geht Buckesfeld auch auf Bretschneiders Feststellung ein, er rechne nicht mit den vom Gutachter prognostizierten 4500 Fahrzeugbewegungen pro Tag auf der Schillerstraße, sondern mit 5000.
Wie der Dezernent erklärt, gibt es heute etwa 3800 Fahrzeuge pro Tag, 350 fahren in die Tiefgarage ein, die beim Bau der Passage abgerissen wird. „Zukünftig, das heißt zum Prognosezeitpunkt 2010, geht das von der Stadt in Auftrag gegebene verkehrs- und schalltechnische Gutachten für die Windhövelpassage von 4500 Kraftfahrzeugen auf der Schillerstraße aus. Circa 360 Fahrzeuge hiervon sind Folge des Bauprojektes, der Rest ist der allgemeinen Verkehrszunahme geschuldet“, zitiert Buckesfeld aus dem Verkehrsgutachten.
Der Baudezernent weist darauf hin, dass die Schillerstraße nach dem Bau der Passage saniert werden soll. Sie sei nur mit Blick auf die Bauarbeiten verschoben worden. „Im Zuge dieses Ausbaus ist keinesfalls beabsichtigt alle Bäume abzuholzen. Im Gegenteil ist vorgesehen, eine weitgehend am Bestand orientierte Sanierung durchzuführen.“
Und auch den Befürchtungen, dass die Situation für die Schulkinder schwieriger werden könnte, widerspricht Buckesfeld: „Der Einmündungsbereich Schillerstraße/Kaiserstraße wird mit einer modernen Lichtsignalanlage und entsprechenden Überwegen ausgestattet. Dies bedeutet eine erhebliche Verbesserung der Schulwegsicherung in diesem Bereich.“
Verkehrsgutachten
Das Gutachten wurde vom Investor in Auftrag gegeben, im März 2006 fertiggestellt und öffentlich vorgestellt.
Ausführendes institut war die Brilon, Bonzio Weiser Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen mbH.
Im internet ist das Gutachten als PDF-Datei über die Stadtentwicklungsseite der Stadt Haan zu finden.




